Virenscanner Test 2021: Antivirenprogramme im Vergleich

Letzte Aktualisierung: 28.03.2021 | Von
Die Antivirenprogramme von Avira, Bitdefender, Kaspersky, Norton & Co im Vergleich. Erfahren Sie, welche Virenscanner bei den Real World Tests des unabhängigen Testinstitutes AV-Comparatives aktuell überzeugen

Virenscanner
Ein Virenschutz-Programm gehört auf jeden Computer. Doch welcher Virenscanner ist der beste und wie gut schneiden kostenlose Programme ab? Gerade wenn man sich nicht besonders mit Computern auskennt ist es schwer, eine Entscheidung für einen Virenscanner zu treffen. In der Werbung ist jedes Antivirenprogramm sehr gut. Sucht man auf Google nach Antivirenprogrammen ist man nicht nur von der Anzahl an Suchergebnissen überwältigt, sondern auch von der Anzahl an unterschiedlichen Expertenmeinungen. Geht es um das Thema Antivirenprogramme, schwirren viele Falschinformationen und Empfehlungen durch das Internet. Zahlreiche Online-Portale machen regelmäßig ziemlich unverhohlen Werbung für bestimmte Antiviren-Produkte

Es gibt zwei Antiviren-Testlabore im deutschsprachigen Raum

AV-Comparatives Icon AV-Test Icon
Wie gut ein Virenscanner in der Praxis ist, lässt sich nur in sehr aufwändigen Tests bestimmen. Im deutschsprachigen Raum gibt es zwei unabhängige Antiviren-Testlabore: AV-Comparatives und AV-Test. Die Testergebnisse sind der Öffentlichkeit und den Medien frei zugänglich. Fachzeitschriften wie Chip, ComputerBild und PC-Welt erstellen ihre Virenscanner Tests auf Basis dieser Daten. Dem Endverbraucher fällt es oft sehr schwer die verschiedenen Virenscanner Tests zu vergleichen, weil jede Fachzeitschrift die einzelnen Daten anders wertet. Dem Nutzer soll bei solchen Tests oftmals "das Denken" abgenommen werden.

In unserem Vergleich ziehen wir die Testdaten des renommierten Testlabors AV-Comparatives heran. AV-Comparatives testet sehr praxisorientiert - das gilt vor allem für den Real-World-Test.

Rangliste - Die besten Virenscanner für Windows

Mit der nachfolgenden Rangliste erfahren Sie, welche Antivirenprogramme aktuell am besten abschneiden. Die Rangliste wird mit viel Aufwand gepflegt. Sie wird monatlich überarbeitet, um immer die aktuellen Testergebnisse und Preise berücksichtigen zu können. Basis für die Rankings sind die letzten beiden Real-World & Performance-Tests des unabhängigen Antiviren-Testlabors AV-Comparatives.

Rang Viren­scanner Schutz­wir­kung Fehl­alarme Perfor­mance Preis / Jahr
AV-Comparatives Icon [1]
05/2020
AV-Comparatives Icon [2]
10/2020
AV-Comparatives Icon [1]
05/2020
AV-Comparatives Icon [2]
10/2020
AV-Comparatives Icon [3]
04/2020
AV-Comparatives Icon [4]
10/2020
1 Kaspersky Icon Kaspersky Internet Security Ø 99.8 % 2 6 Pkt. 39,95 €
99.9 % 99.7 % 0 2 3 Pkt. 3 Pkt.
2 Bitdefender Icon Bitdefender Internet Security Ø 99.45 % 6 6 Pkt. 29,99 €
99.3 % 99.6 % 2 4 3 Pkt. 3 Pkt.
3 Eset Icon ESET Internet Security Ø 99.4 % 1 6 Pkt. 34,95 €
99.5 % 99.3 % 0 1 3 Pkt. 3 Pkt.
4 Avira Icon Avira Antivirus Pro Ø 99.45 % 6 5 Pkt. 34,95 €
99.6 % 99.3 % 1 5 2 Pkt. 3 Pkt.
5 Avast Icon Avast Free Antivirus Ø 99.7 % 18 5 Pkt. Kostenlos
99.7 % 99.7 % 8 10 2 Pkt. 3 Pkt.
6 F-Secure Icon F-Secure Safe Ø 100 % 55 6 Pkt. 29,94 €
100 % 100 % 11 44 3 Pkt. 3 Pkt.
7 Panda Icon Panda Free Antivirus Ø 99.95 % 56 6 Pkt. Kostenlos
99.9 % 100 % 23 33 3 Pkt. 3 Pkt.
8 Trend Micro Icon Trend Micro Internet Security Ø 100 % 95 4 Pkt. 24,95 €
100 % 100 % 32 63 1 Pkt. 3 Pkt.
9 Norton Icon Norton 360 Deluxe Ø 99.75 % 72 4 Pkt. 94,99 €
100 % 99,5 % 27 45 2 Pkt. 2 Pkt.
10 Microsoft Icon Microsoft Windows Defender Ø 99.6 % 14 2 Pkt. Kostenlos
99.7 % 99.5 % 6 8 1 Pkt. 1 Pkt.
11 G-Data Icon G Data Internet Security Ø 99.35 % 17 4 Pkt. 39,95 €
99.1 % 99.6 % 7 10 1 Pkt. 3 Pkt.
12 McAfee Icon McAfee Total Protection Ø 98.7 % 17 6 Pkt. 29,95 €
98.9 % 98.5 % 8 9 3 Pkt. 3 Pkt.
Gewichtung: Schutz (50 Prozent) / Fehlalarme (25 Prozent) / Performance (25 Prozent)

Fehlerteufel F-Secure, Norton, Panda und Trend Micro

Zusammenfassend kann man sagen, dass die meisten Antivirenprogramme gute Resultate im Real-World-Test erreichen. Sehr zum Ärgernis wird ein Antivirenprogramm jedoch, wenn es ständig Fehlalarme produziert. Moderne Antivirenprogramme setzen auf verhaltensbasierte heuristische Technologien. Diese analysieren und klassifizieren Anwendungen anhand ihres Verhaltens. Ein Nachteil dieser Technologie ist, dass harmlose Dateien oder Webseiten fälschlicherweise als schädlich identifiziert werden können.

Die Virenscanner F-Secure, Panda, Trend Micro und Norton sind die besten Beispiele für Virenschutz-Programme, die sehr oft über das Ziel hinausschießen. In den letzten beiden Tests lieferten die Programme zahlreiche Fehlalarme, sogenannte „False-Positives“: F-Secure (55 Fehlalarme), Panda (56 Fehlalarme), Trend Micro (95 Fehlalarme), Norton (72 Fehlalarme).

Test: Fehlalarme der Virenscanner
bleib-Virenfrei
Real-World-Test von AV-Comparatives (Mai 2020[1] und Oktober 2020[2])

Kaspersky überzeugt bei der Schutzleistung

F-Secure , Panda und Trend Micro erkannten in den letzten beiden Real-World-Tests alle Schädlinge. Wie im vorherigen Abschnitt bereits erwähnt, verderben sich die Programme durch eine sehr hohe Fehlerrate eine gute Platzierung. Schutzlösungen, die ständig Fehlalarme produzieren oder fälschlich Webseiten blockieren, verunsichern den Computernutzer und führen dazu, dass wirkliche Alarme ignoriert werden.

Ein "sehr gut" erhält die Internet Security von Kaspersky: In den letzten beiden Real-World-Tests stoppte die Security-Suite Ø 99,8 Prozent aller Gefahren. Dabei verursachte die Security-Suite insgesamt nur 2 Fehlalarme.

Kaum schlechter schützen die Programme von Bitdefender, ESET und Avira. Wenn der Virenscanner unbedingt kostenlos sein soll, zeigt Avast Free Antivirus gute Virenschutz-Ergebnisse.

Test: Schutzleistung der Virenscanner
bleib-Virenfrei
Real-World-Test von AV-Comparatives (Mai 2020[1] und Oktober 2020[2])

F-Secure, Kaspersky und McAfee mit der geringsten Systembelastung

Virenscanner gelten als laufende Bremser, denn bei jedem Dateizugriff wird der Hintergrundwächter aktiv und verlangsamt Kopieraktionen, Backups und Programmstarts. Aktuelle Tests zeigen jedoch, dass die meisten Virenscanner inzwischen sparsam mit Systemressourcen umgehen. Besonders bei modernen Computersystemen mit schneller SSD sind Verzögerungen kaum noch zu spüren.

Sehr wenig Performance verbrauchen laut Messungen von AV-Comparatives die Virenscanner von Eset, Kaspersky und McAfee. Der Windows Defender belastet das System am stärksten. So belegte Microsofts Windows Defender im April und im Oktober 2020 einen der hinteren Plätze.

Die nachfolgende Grafik veranschaulicht den Performance-Verbrauch der Antivirenprogramme. Je niedriger der Performance-Wert desto weniger bremst ein Virenscanner.

Test: Performance der Virenscanner
bleib-Virenfrei
Performance-Test von AV-Comparatives (April 2020[3] und Oktober 2020[4])

Auffällig sind die enormen Performance-Sprünge von Avast und Avira. Während die Virenscanner im ersten Performance-Test 2020 eher schwach abschnitten, reichte es im letzten Test bereits für eine Platzierung im Mittelfeld. Solche Performance-Sprünge sind wirklich beachtlich und zeigen, wie schnell Produktupdates zu einer anderen Bewertung führen können.

Kaspersky überzeugt in allen Testdisziplinen - der Testsieger

Kaspersky Icon
Die Kaspersky Internet Security (https://www.kaspersky.de/) ist mit einem umfassenden Viren- und Ransomware-Schutz sowie einem Modul für sichere Zahlungen ausgestattet. Die Benutzeroberfläche ist sehr übersichtlich aufgebaut und punktet mit einer intuitiven Menüführung.

Kaspersky rangiert in sämtlichen Testdisziplinen ganz oben und ist das aktuell zuverlässigste Antivirenprogramm. In den letzten zwei Tests von AV-Comparatives erzielte Kaspersky eine Trefferquote zwischen 99.7 und 99.9 Prozent. Dabei meldete sich das Antivirenprogramm insgesamt nur 2-mal zu unrecht.

Virenschutz-Testergebnisse der vergangenen 2 Jahre
Real-World-Tests von AV-Comparatives[5]

Auch in der Performance-Wertung verhält sich Kaspersky erstklassig. Kaspersky lieferte im letzten Test von AV-Comparatives das drittbeste Ergebnis. Nur F-Secure und McAfee waren minimal besser.

Kaspersky schafft es mit einer hervorragenden Leistung beim Virenschutz, wenigen Fehlalarmen und einer guten Geschwindigkeit auf den ersten Platz. Erfreulich aus Kundensicht ist die Preisentwicklung der kostenpflichtigen Lösungen. Die Preise haben sich in den letzten 2 Jahren fast halbiert. Die Kaspersky Security Suite kriegt man aktuell ab 39,95 Euro/Jahr.

ab 39,95 Euro
https://www.kaspersky.de/

  • Vorteile

    • Klasse Virenschutz
    • Wenige Fehlalarme
    • Geringe Systembelastung
    • Einfache Bedienung

  • Nachteile

    • Schlechte Schutzleistung ohne Internetverbindung
    • Mutmaßliche Verbindungen zur russischen Regierung
    • 2019 wurde eine Sicherheitslücke entdeckt, die es Hackern ermöglichte, die Browserdaten von Benutzern auszuspionieren

Sieger Preis/Leistung: Bitdefender Internet Security

Bitdefender Icon
Platz zwei erringt Bitdefender (https://www.bitdefender.de/). Die Bitdefender Internet Security fokussiert sich auf den Schutz vor Malware, auf sicheres Online-Banking und -shopping. Dreh- und Angelpunkt eines Antivirenprogramms ist die Bedienung. Die Oberfläche von Bitdefender ist einfach und übersichtlich gestaltet. Trotz zahlreicher Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten wirkt die Oberfläche nicht überladen.

Das Virenschutz-Programm zeigte in den letzten Real-World-Tests eine sehr gute Leistung beim Virenschutz.

Virenschutz-Testergebnisse der vergangenen 2 Jahre
Real-World-Tests von AV-Comparatives[5]

Und auch in der Disziplin Fehlalarme kann sich Bitdefender sehen lassen. In den letzten beiden Tests verzeichnete der Virenscanner insgesamt nur 5 Fehlalarme.

Bei der Performance kann der Testsieger Kaspersky ein klein wenig mehr überzeugen.

Beim Kauf muss man nicht tief in die Tasche greifen. Die Internet Security ist mit einem Kaufpreis von 29,99 Euro/Jahr in Sachen Preis-Leistung aktuell unschlagbar.

ab 29,99 Euro
https://www.bitdefender.de/

  • Vorteile

    • Klasse Virenschutz
    • Wenige Fehlalarme
    • Geringe Systembelastung
    • Einfache Bedienung

  • Nachteile

    • Schlechte Schutzleistung ohne Internetverbindung

Bester kostenloser Virenscanner: Avast Free Antivirus

Avast Icon
Avast (https://www.avast.com/) bietet Virenscanner für Windows-Computer, Mac, iOs- sowie Android-Geräte an. Wer ein wenig Erfahrung mit dem Umgang mit Computern hat, dürfte recht schnell mit der Schutz-Software zurechtkommen.

Von den getesteten Gratis-Virenscannern erzielt Avast aktuell die besten Testergebnisse. Mit einer Erkennungsrate zwischen 99.2 und 99.7 Prozent spielt der Virenscanner weit vorne mit. Leider hat Avast gelegentlich Probleme mit Falschmeldungen.

Virenschutz-Testergebnisse der vergangenen 2 Jahre
Real-World-Tests von AV-Comparatives[5]

In pucto Werbung trägt der Virenscanner sehr dick auf und wirbt stark für das Kaufprodukt. Sehr nervig: Die kostenlose Version zeigt auf sauberen Computern „Bedrohungen“ an, um verunsicherte Kunden zum Kauf der Kostenpflichtigen-Version zu animieren.
Anfang 2020 wurde bekannt, dass Avast jahrelang höchst sensible Nutzerdaten an Google und Co verkauft hat. Die Weitergabe hatte alle Leute, die das kostenlose Antivirus-Programm Avast installiert hatten, betroffen. Das ist gesetzlich nicht verboten, das Unternehmen hat den Verkauf nach eigenen Angaben dennoch gestoppt - es bleibt ein negativer Beigeschmack.
Kostenlos
https://www.avast.com/

  • Vorteile

    • Guter Virenschutz
    • Zahlreiche Extras

  • Nachteile

    • Werbeeinblendungen
    • Verursacht gelegentlich Fehlalarme
    • Die Rechnerleistung wird beeinträchtigt
    • Verkaufte anonymisierte Browsing-Daten von Benutzern an Dritte

Panda Free Antivirus

Panda Icon
Panda Free Antivirus (https://www.pandasecurity.com/) enthält keinen benutzerdefinierten Browser, keine Kindersicherung oder sonstige Funktionen. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Erkennung von Malware - und das macht es "eigentlich" gut. Im den letzten beiden Tests von AV-Comparatives erreicht das Programm eine Ø Schutzrate von 99.95 %.

Das Testlabor kam jedoch auch zu dem Ergebnis, dass die Software 56 Fehlalarme meldete, was gerade unerfahrene Benutzer verunsichern dürfte.

Virenschutz-Testergebnisse der vergangenen 2 Jahre
Real-World-Tests von AV-Comparatives[5]

Das Problem - wie immer - bei kostenloser Antiviren-Software ist der "Preis", der damit verbunden ist. Wenn ein Programm keine Gebühren verlangt, muss man sich fragen, wie es Geld verdient. Bei Panda erfolgt dies u. a. mithilfe eines Browser-Plugins, das Online-Angebote hervorhebt. Abgesehen davon nervt das Antivirenprogramm mit Aufforderungen, die kostenpflichtigen Dienste zu nutzen.

Kostenlos
https://www.pandasecurity.com/

  • Vorteile

    • Guter Virenschutz
    • Kostenlos

  • Nachteile

    • Verursacht zahlreiche Fehlalarme
    • Werbeeinblendungen
    • Installiert Adware

Norton 360 Deluxe

Norton Icon
Wenn man an Antiviren-Software denkt, ist Norton wahrscheinlich einer der ersten Namen, der einem in den Sinn kommt. Bereits 1991 brachte Symantec das erste Norton-Virenschutzprogramm auf den Markt. Die Norton 360 Sicherheitssuite (https://www.de.norton.com) wird oftmals als eines der besten Antivirenprogramme überhaupt bezeichnet.

In den letzten zwei Real-World-Tests erkannte Norton Ø 99.75 % der Zero-Day-Malware, verursachte jedoch 72 Fehlalarme.

Virenschutz-Testergebnisse der vergangenen 2 Jahre
Real-World-Tests von AV-Comparatives[5]

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass Norton nicht das schnellste Sicherheitstool auf dem Markt ist

Das Programm enthält unter anderem eine vollwertige Firewall und eine Spam-Filterfunktion. Darüber hinaus enthält Norton 360 ein nützliches Cloud-Backup-Modul, um wichtige Dateien zu sichern. Die Speichergröße hängt von der Edition ab: Die Standard-Edition bietet Ihnen 10 GB Speicherplatz, die Premium-Edition 75 GB.

Mit 94,99 Euro pro Jahr (für eine Einzellizenz) ist Norton sehr teuer.

ab 94,99 €
https://www.de.norton.com

  • Vorteile

    • Gute Malware-Erkennung
    • Cloud-Backup-Modul

  • Nachteile

    • Verursacht zahlreiche Fehlalarme
    • Hohe Systembelastung
    • Sehr teuer

Der Windows Defender schützt gut - das Problem ist die Performance

Microsoft Icon
Lange Zeit galt der in Windows integrierte Defender als ungenau und unsicher. In den letzten Virenschutz Tests hat sich der Windows Defender jedoch gegenüber seinem früheren Abschneiden deutlich gebessert. Der Virenscanner blockiert infizierte Dateien inzwischen mit hoher Zuverlässigkeit.

Im Real-World-Test von AV-Comparatives, der auf den Infektionsvektor Internet setzt, erzielte der Defender in den vergangenen zwei Tests eine Schutzwirkung von 99.7 und 99.5 Prozent. In der Disziplin "Falschmeldungen" liegt der Windows Defender zwar nur im Mittelfeld. Mit insgesamt 14 Falschmeldungen hat der Virenscanner jedoch einen guten Schritt nach vorne gemacht. Im Vergleich zu den Tests 2019 (insgesamt 132 Falschmeldungen).

Virenschutz-Testergebnisse der vergangenen 2 Jahre
Real-World-Tests von AV-Comparatives[5]

Leider belastet der Defender das System sehr stark. Im letzten Performance Test von AV-Comparatives liefert der Windows Defender das schlechteste Ergebnis ab. Kein anderes Antivirenprogramm hatte einen noch höheren Ressourcenverbrauch. Besonders beim Kopieren von Dateien zeigte sich der Windows Defender im Test recht ressourcenhungrig.

Für den Defender spricht die unaufdringliche Präsenz. Insbesondere verzichtet die Software auf nervige Werbeeinblendungen, wie sie bei kostenlosen Antivirenprogrammen anderer Hersteller üblich sind. Auf Extra-Funktionen muss man beim Defender verzichten. Wünschen Sie zusätzliche Sicherheitsfunktionen, dann finden Sie in dem für Privatnutzer kostenlosen Virenschutzprogramm Avast Free Antivirus eine gute Alternative.

  • Vorteile

    • Guter Virenschutz
    • Einfache Bedienung
    • Unter Windows vorinstalliert

  • Nachteile

    • Vor Phishing-Angriffen schützt der Defender leider nicht
    • Verursacht gelegentlich Fehlalarme
    • Hohe Systembelastung

Security-Suiten schützen nicht besser als reine Virenscanner

Bekannte Hersteller wie Avira, Bitdefender, Kaspersky, Norton oder Trend Micro haben zum Teil sehr unterschiedliche Software-Lösungen im Angebot, z. B. Internet Security Suiten, Total Security Suiten oder Deluxe-Versionen. Je nach Hersteller kann es zwischen den verschiedenen Software-Lösungen große Unterschiede geben. Prüfen Sie, ob es wirklich eine Internet-Security-Suite (z. B. Avira Internet Security) mit zusätzlichen Funktionen sein muss, oder ob ein reiner Virenscanner (z. B. Avira Antivirus Pro) ausreicht. In beiden Produkten arbeiten die gleichen Virenschutz-Engines.

Die meisten Nutzer geben viel zu viel Geld für etwas aus, was Sie nicht benötigen!

In unserer Rangliste finden Sie einige Security Suiten, weil die Tests von den Antiviren-Herstellern selbst in Auftrag gegeben wurden - bei AV-Comparatives. Sie können die Virenschutz-Testergebnisse jedoch 1:1 auf die reinen Virenscanner-Programme der Hersteller übertragen. Wenn also z. B. die Avira Internet Security Suite sehr gut schützt, dann tut das auch die reine Virenscanner-Software von Avira (Avira Antivirus Pro).

Trauen Sie den unverbindlichen Preisempfehlungen nicht

Viele Antiviren-Hersteller geben hohe UVPs (unverbindliche Preisempfehlungen) an. Doch in den seltensten Fällen müssen Sie diese bezahlen. Die unverbindlichen Preisempfehlungen dienen zumeist nur dazu, sie sofort durchzustreichen - um so ein ansprechendes Sonderangebot offerieren zu können. Meist für Abo-Lizenzen: Nach dem ersten Jahr wird bei diesen Angeboten der teure Normalpreis fällig.

Guten Virenschutz gibt es auch kostenlos

Kostenlose Virenschutzprogramme sind nicht grundsätzlich schlechter als kostenpflichtige Programme. Aktuelle Testergebnisse bestätigen das hohe Virenschutz-Niveau von kostenlosen Lösungen. Kostenlose Programme setzen jedoch auf Eigenwerbung und haben oftmals einen höheren Ressourcenverbrauch.

Kein Virenscanner bietet einen hundertprozentigen Schutz

Das Bedrohungsszenario durch Angriffe von außen hat sich den letzten Jahren verändert und erweitert. Ein Virenscanner allein macht noch keinen sicheren Computer. Es bedarf weiterer Maßnahmen – allen voran ist ein gesundes Maß an Misstrauen wichtig.

Parallel zur Installation eines Antivirenprogramms, lohnt es sich, einen Blick in unseren Virenschutz-Leitfaden zu werfen.

Ausstattung der Antivirenprogramme

Virenscanner, Ransomware-Schutz und Phishingschutz bilden das Grundgerüst jeder Antivirenlösung. Neben diesen Grundfunktionen bieten alle Antivirenprogramme weitere Funktionen an. Das sind zum Beispiel Firewalls, Passwort-Manager, Schwachstellen-Scanner, VPN-Zugänge und vieles mehr. Was genau im jeweiligen Antivirenprogramm enthalten ist, zeigt die nachfolgende Tabelle.

Welche Lösung die beste für Sie ist, müssen Sie für sich selbst beantworten. Oftmals reichen reine Virenscanner (ohne Zusatzmodule) aus.

Virenscanner Firewall Kinder­sicherung Passwort
Manager
Phishing
Schutz
Ransomware
Schutz
Sicherer Browser Software Updater VPN-Dienst
Avast Icon Avast Free Antivirus
Avira Icon Avira Antivirus Pro
Bitdefender Icon Bitdefender Internet Security
200 MB/Tag
Eset Icon ESET Internet Security
F-Secure Icon F-Secure SAFE
Kasperesky Icon Kaspersky Internet Security
200 MB/Tag
McAfee Icon McAfee Total Protection
Microsoft Icon Microsoft Windows Defender
Panda Icon Panda Free Antivirus
150 MB/Tag
Norton Icon Norton 360 Deluxe
Trend Micro Icon Trend Micro Internet Security

Häufige Fragen

Wie funktionieren Antivirenprogramme?

Der Begriff Antivirenprogramm ist ein wenig irreführend. Antivirenprogramme schützen nicht nur vor Viren, sondern auch vor anderen Schadprogrammen, einschließlich Würmern, Adware und Ransomware. Darüber hinaus schützt ein gutes Antivirenprogramm auch vor Phishing-Angriffen und weiteren Bedrohungen.

Verschiedene Arten von Internet-Bedrohungen erfordern unterschiedliche Schutzsysteme. Dazu gehören unter anderem die folgenden Techniken:

Signaturanalyse: Diese Technik ähnelt dem Erstellen von Fingerabdrücken. Die Antiviren-Software analysiert verschiedene Arten von Malware und erstellt eindeutige Malware-Signaturen. Diese Malware-Signaturen werden zur Identifizierung von Bedrohungen verwendet.

Heuristische Analyse: Die meisten Hacker wissen, wie eine Signaturanalyse umgangen werden kann. Aus diesem Grund verwenden Antivirenprogramme zusätzlich eine heuristische Analyse. Bei dieser Methode wird eine potenziell bösartige Datei auf verdächtige Merkmale untersucht, die möglicherweise auf bekannte Malware hindeuten.

Sandbox-Erkennung: Wenn eine Datei verdächtig erscheint, aber aufgrund der Signatur- und heuristischen Analyse nicht als Malware zu erkennen ist, wird sie von einigen Antivirusprogrammen in einem sicheren Bereich (der sogenannten Sandbox) geöffnet und ausgeführt. Wenn sich das Programm als Malware entpuppt, kann es dem Computer keinen Schaden zufügen.

Maschinelles Lernen/Künstliche Intelligenz: Maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz - zwei Arten, mit denen Computer von der Außenwelt lernen - sind relativ neue Technologien, die bei der Erkennung von Malware und anderen neuen Bedrohungen helfen können.

Worauf sollte man beim Kauf von Antivirus-Software achten?

Beim Kauf einer Antivirus-Software, sollten man auf folgende Kriterien achten:

Virenschutz: Ein Antivirenprogramm sollte in der Lage sein, alle Arten von Bedrohungen, einschließlich Viren, Adware, Würmer und Phishing-Versuche, zuverlässig zu erkennen, zu blockieren und zu entfernen. Sie sollten sicherstellen, dass die Antiviren-Software mehr als 99 Prozent der Malware stoppt. Achten Sie jedoch darauf, dass die Erkennungsrate nicht mit einer hohen Rate an Fehlalarmen einhergeht, d. h. mit gutartigen Dateien, die fälschlicherweise als Malware erkannt werden. Wenn man regelmäßig vor gutartigen Dateien gewarnt wird, schafft das Unsicherheit.

Performance: Virenschutzprogramme, die ständig im Hintergrund laufen, müssen effizient arbeiten. Ein gutes Sicherheitsprodukt wirkt sich nicht allzu negativ auf die Leistung und Reaktionsfähigkeit des Computers aus.

Ausstattung: Die meisten Antiviren-Hersteller verkaufen drei oder mehr verschiedene Antivirus-Varianten, von denen jedes teurer ist als das andere. Die Unterschiede liegen in den zusätzlichen Extras, die jedes Produkt bietet. Wenn Sie die Extras nicht benötigen, sollten Sie die günstigste Antivirus-Varianten wählen.

Sind teure Antivirenprogramme besser?

Teure Lösungen sind nicht zwangsläufig besser. Der Preis ist kein verlässlicher Anhaltspunkt für die Qualität. Die Anbieter verlangen den Preis, den der Markt zulässt bzw. den die Kunden bereit sind zu bezahlen. Die Preise spiegeln eher das Marketingbudget als das Schutzniveau wieder.

Verlangsamen Virenscanner den Computer?

Ja, leider verlangsamen alle Virenscanner den Computer. Allerdings sind die Auswirkungen nicht so gravierend. Moderne Sicherheitspakete nutzen clevere Techniken, um die Belastung möglichst gering zu halten. Wenn Sie aktuell den Windows Defender nutzen und auf eine Drittanbieter-Software umsteigen, werden Sie vermutlich von einer Performance-Steigerung profitieren. Die Windows Defender bremst das System wesentlich stärker als die meisten Drittanbieter-Programme.

Brauchen Mac-Geräte ein Antivirenprogramm?

Einige Leute sind der Meinung, dass das Mac-Betriebssystem (OS) von Apple sicherer ist als Windows. Ein Irrtum! Das Mac-Betriebssystem ist vom Sicherheitsstandpunkt aus gesehen nicht besser entwickelt. Windows ist einfach beliebter, und Cyberkriminelle interessieren sich für die größere Zielgruppe. Eine für Windows entwickelte Malware erreicht viel mehr Opfer. 76,2 Prozent der weltweiten Computernutzer verwenden Microsoft Windows[6].

Macs sind mindestens genauso anfällig wie Windows-Rechner. Ein Antivirenprogramm ist daher empfehlenswert.

Einzelnachweise

  1. a b c d AV-Comparatives.org - Real-World Protection Test February-May 2020
  2. a b c d AV-Comparatives.org - Real-World Protection Test July-October 2020
  3. a b AV-Comparatives.org - Performance Test April 2020
  4. a b AV-Comparatives.org - Performance Test October 2020
  5. a b c d e f AV-Comparatives.org
  6. Statista - Marktanteile der führenden Betriebssysteme
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