Was ist Spyware?

Schadprogramme machen Computernutzern zunehmend das Leben schwer. Zu den bekanntesten Schädlingen gehören Viren, Trojaner und Würmer. Sie alle infizieren den Computer und führen unerwünschte, schädliche Funktionen aus. Eine oft unterschätzte und zunehmende Gefahr geht zudem von Spionagesoftware (sog. Spyware) aus.

Gefahren durch Spyware

Als ungebetener Gast protokolliert die Mehrzahl der existierenden Spyware-Programme heimlich im Hintergrund das Nutzerverhalten. Dabei werden Daten über aufgerufene Webseiten gesammelt. Die gesammelten Informationen werden dann von der Spyware unbemerkt übertragen. Anhand der übermittelten Daten werden dann Ihre Interessen analysiert und ein speziell auf Sie zugeschnittenes Profil erstellt. Bei der Recherche im Internet werden dann Werbefenster eingeblendet, die sich an Ihren Interessen orientieren. Das kann sogar so weit gehen, dass die Spyware selbst Werbeseiten aus dem Internet holt, sobald eine Verbindung zum Internet besteht. Auf dem Bildschirm erscheint dann Werbung, obwohl die entsprechenden Internetangebote gar nicht aufgerufen wurden.

Vorsicht ist geboten, denn nicht alle Arten von Spyware sind nur lästig: Einige kriminelle Programmierer haben ihre Spionageprogramme so erweitert, dass sie Tastatureingaben aufzeichnen können. Besonders problematisch ist dies bei der Eingabe sensibler und vertraulicher Daten. Kreditkarteninformationen, persönliche Passwörter oder Geschäftsgeheimnisse können so leicht ausgespäht werden und in falsche Hände geraten. Wurde durch die Spyware zusätzlich eine Hintertür (Backdoor) installiert, haben Dritte die Möglichkeit, den Computer über das Internet zu steuern und für kriminelle Zwecke zu missbrauchen.

Wie verbreitet sich Spyware?

Spyware gelangt in den meisten Fällen durch das Herunterladen frei verfügbarer Software auf den heimischen Computer. Viele nützliche Tools (Browser-Erweiterungen, Tauschbörsenprogramme…) können Träger von Spyware sein. Bei der Installation der gewünschten Software wird die Spyware einfach mitinstalliert.

Spyware gelangt auch durch das Öffnen von E-Mail-Anhängen auf den Computer. Die Verbreitung und Aktivierung erfolgt also ähnlich wie bei Würmern und Viren unbeabsichtigt durch den Nutzer selbst.

Auch der Besuch manipulierter Webseiten kann zur Verbreitung von Spyware beitragen. Die standardmäßige Aktivierung sogenannter „aktiver Inhalte“ im Webbrowser ermöglicht es den Seiten, die Spyware automatisch zu installieren.

Schutzmöglichkeiten

  • Installieren Sie einen Virenscanner.
  • Deaktivieren Sie die Ausführung von „aktiven Inhalten“ in Ihrem Internetbrowser. Aktive Inhalte wie Java, Adobe Flash oder ActiveX ermöglichen es Dritten, Programme auszuführen.
  • Aktualisieren Sie regelmäßig Ihr Betriebssystem und andere Software. So schließen Sie mögliche Einfallstore.
  • Nutzen Sie eine Firewall. Sie gehört zum Basisschutz. Die Firewall verhindert die Kommunikation über nicht zugelassene Kanäle.
  • Öffnen Sie nur Links in vertrauenswürdigen E-Mails.
  • Lesen Sie die Lizenzbedingungen, bevor Sie ein Programm herunterladen und installieren. Oft finden sich bereits im Kleingedruckten Hinweise auf die Installation zusätzlicher Programme.

Was soll ich tun, wenn mein Computer infiziert wird?

Ist Ihr System bereits von Spyware befallen, folgen Sie diesen Schritten:

  • Aktualisieren Sie Ihr Schutzprogramm.
  • Führen Sie die Virenschutz-Software auf Ihrem Rechner aus und entfernen Sie die gefundene Spyware.
  • Überprüfen Sie, ob eventuell ein neuer Benutzername für die Anmeldung an Ihrem System erstellt wurde.
  • Kontrollieren Sie auch, ob neue Netzwerkfreigaben eingerichtet wurden.
  • Machen Sie die vorgenommenen Änderungen rückgängig. Wenn die Systemwiederherstellung von Windows aktiviert ist, können Sie den Computer in einen zuvor gesicherten Zustand zurückversetzen.
  • Aus Sicherheitsgründen sollten Sie anschließend alle Passwörter durch ein neues, starkes Passwort ersetzen.
Felix Bauer
Felix Bauer ist IT-Security Consultant (IT-Sicherheitsberater) mit 20 Jahren Erfahrung in der IT-Sicherheitsbranche. Felix Bauer begann im Alter von 14 Jahren mit der Analyse von Malwaresamples.

Zusätzlich zur Tätigkeit als Sicherheitsberater schreibt Felix Bauer häufig Fachbeiträge zu den Themen IT-Sicherheit und Internet-Technik. Seine Themenschwerpunkte: Antivirus, Sicherheitslücken und Malware. Unter anderem schrieb Felix Bauer bereits Fachbeiträge für die IT-Fachzeitschriften Computerwelt, Heise und IT-Administrator. Felix Bauer wurde in zahlreichen Fach- und News-Beiträgen erwähnt (u. a. in der Wiener Zeitung und in der Computerworld). Einige Referenzen finden Sie auf Felix Bauers Internetseite.

Felix Bauer besitzt den Abschluss Master of Science in Security and Forensic Computing.

Felix Bauer ist Mitbegründer der Initiative bleib-Virenfrei.