6 nützliche Tipps gegen Spam-E-Mails

In Ihrem Postfach ertrinken wichtige E-Mails im Meer unzähliger Spam-Nachrichten? Das muss nicht sein! Mit den nachfolgenden Tipps schützen Sie sich vor unerwünschten Nachrichten und gewinnen den Überblick zurück.

Leider ist Spam nicht so lustig wie der Monty-Python-Sketch, dem die unerwünschten Werbenachrichten ihren Namen verdanken. Tatsächlich hat sich der unerwünschte Nachrichtenmüll zur echten Plage entwickelt. So zeigt eine aktuelle Messung der Anti-Virus-Experten von Kaspersky[1] im Jahr 2020 eine Spam-Quote von fünfzig Prozent! Dennoch besteht Anlass zur Hoffnung: Wir haben für Sie die wichtigsten Grundregeln zusammengestellt, die prinzipiell vor Spam schützen.

Tipp 1: E-Mail-Adresse geheim halten

Wer mit seiner E-Mail-Adresse gar nicht erst auf einer der Adresslisten von Spammern landet, ist vor Werbe-Mails bestens geschützt. So halten Sie Ihre Adresse geheim:

  • Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse nur an Freunde, Verwandte und Geschäftspartner weiter, bei denen sie in sicheren Händen ist. Legen Sie für Foren, Newsgroups und Chats eine zusätzliche E-Mail-Adresse an, die Sie abschalten können, wenn Sie zu viel Spam erhalten.
  • Wann immer Ihnen eine Webseite, die eine Registrierung erfordert, auch nur im Entferntesten dubios erscheint, verzichten Sie auf eine Anmeldung. Denn nicht wenige Dienste verkaufen die über Registrierungsformulare gewonnenen Daten an Spammer weiter.

Tipp 2: Wegwerf-E-Mail-Adressen verwenden

Sie möchten sich auf einer Webseite registrieren, wissen aber nicht, ob Ihre E-Mail-Adresse dort vor Spammern sicher ist? Nutzen Sie eine kostenlose Wegwerf-E-Mail-Adresse. Eine Wegwerf-E-Mail-Adresse, auch temporäre E-Mail-Adresse oder Disposable E-Mail-Adresse genannt, ist eine E-Mail-Adresse, die nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung steht und danach gelöscht wird.

AnbieterLinkSpracheSchutz vor Dritten*
Trash-Mailhttps://trash-mail.com/DeutschNein
Spoofmailhttps://spoofmail.de/DeutschNein
10minutemailhttps://10minutemail.com/EnglischNein

*Die mit Schutz vor Dritten gekennzeichneten Anbieter schützen Ihre Post vor illegalen Zugriffen. Hier erfolgt der Schutz wie bei Freemail-Diensten über ein persönliches Benutzerkonto mit eigenem Passwort.

Die klassische Wegwerf-E-Mail-Adresse erfordert keine vorherige Registrierung. Sie fügen einfach die vom Provider vorgegebene Endung hinzu, im Falle von Trash-Mail also „@trash-mail.com“. Die so entstandene Adresse können Sie wie gewohnt verwenden. Um neue Mails zu lesen, öffnen Sie die Trash-Mail-Website, geben die E-Mail-Adresse ein und klicken auf Mails abrufen.

Je einfacher Sie Ihre E-Mail-Adresse gestalten, desto größer ist die Gefahr, dass Dritte Ihre E-Mails bei Anbietern wie Trash-Mail mitlesen. Verwenden Sie daher zufällige Kombinationen aus Zahlen und Buchstaben und keine Namen oder Wörter vor dem @-Zeichen.

Tipp 3: Nutzen Sie Webmail-Spam-Filter

Wenn Ihr Postfach – allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz – von Spam betroffen ist, sollten Sie wissen, wie Sie den Spam-Filter Ihres E-Mail-Anbieters bedienen. Wir zeigen Ihnen das am Beispiel von GMX.

Aktivieren können Sie den Spam-Filter nach dem Login unter Mail → Einstellungen → Spam- und Virenschutz. Anschließend legt der Filter alle als Werbung erkannte E-Mails automatisch im Ordner Spamverdacht ab, wo sie bis zu 30 Tage lang aufbewahrt werden. Danach wird der Ordner automatisch geleert.

Wird eine Nachricht zu Unrecht als Spam eingestuft, können Sie sie wieder in den Posteingang befördern, indem Sie im Spamverdacht-Ordner ein Häkchen vor der Nachricht setzen und unten auf der Seite die Aktion „Kein Spam“ auswählen.

Wenn der Spam-Filter erwünschte E-Mails eines bestimmten Absenders blockiert, tragen Sie die Adresse in die Whitelist (Weiße Liste) ein. Lässt er immer wieder unerwünschte Nachrichten desselben Absenders durch, setzen Sie die Adresse auf die Blacklist (Schwarze Liste).

Tipp 4: Spam-Filter in Outlook / Windows Mail und Thunderbird nutzen

Outlook / Windows Mail

Outlook hat ihn längst, seit Vista gehört er auch zum Windows Mail getauften Outlook-Express-Nachfolger: der Spam-Filter. Mit einigen Klicks in den Optionen passen Sie die Funktion an Ihre Bedürfnisse an.

Der Junk-Filter von Outlook 2007 ist in der Voreinstellung nur ein müde knurrender Wachhund. Unter Junk-E-Mail/Junk-E-Mail-Optionen machen Sie ihm Beine, indem Sie die Filter-Stufe von Niedrig auf Hoch setzen. In Windows Mail finden Sie dieselben Einstellungen unter Extras/Junk-E-Mail-Optionen.

Microsoft hat die Black- und Whitelist-Funktion auf die Namen „Blockierte Absender“ und „Sichere Absender“ getauft. Entsprechende E-Mail-Adressen können Sie auf den gleichnamigen Registerkarten hinterlegen. Auf dem „Sichere Absender“-Reiter sollten Sie ein Häkchen vor „Personen, an die ich E-Mails schicke, automatisch der Liste sicherer Absender hinzufügen“ setzen.

Sehr nützlich sind auch die Optionen auf der Registerkarte „International“, die Sie ebenfalls in beiden Programmen finden. Über die Liste blockierter Domänen der höchsten Ebene können Sie den Empfang von E-Mails stoppen, deren Domain-Namen auf eine bestimmte Top-Level-Domain endet (beispielsweise .cn für China oder .de für Deutschland).

Über die Liste blockierter Codierungen machen Sie beispielsweise dem weit verbreiteten asiatischen Spam den Garaus.

Thunderbird

Auch Thunderbird bietet schon „ab Werk“ einen leistungsfähigen Spam-Filter. Noch besser wird er mit optimierten Einstellungen und etwas Training.

Zuerst optimieren Sie den Spam-Filter, indem Sie unter Extras/Einstellungen/Datenschutz & Sicherheit/Junk die Optionen „Wenn Nachrichten manuell als Junk markiert werden“ und „Verschiebe diese in den für Junk bestimmten Ordner des Kontos“ aktivieren. Unter Extras/Konten suchen Sie für jedes angelegte E-Mail-Konto den Abschnitt Junk-Filter und aktivieren dort „Neue Junk-Nachrichten verschieben in“. Jetzt verschiebt Thunderbird alle erkannten Spam-Mails in den Ordner „Junk“. Entgeht dem Filter einmal eine Nachricht, dann klicken Sie sie zunächst mit der linken Maustaste an und gehen anschließend auf die Junk-Schaltfläche in der Werkzeugleiste.

Prüfen Sie den Inhalt des Junk-Ordners gelegentlich auf fälschlich dort abgelegte Mails, markieren Sie diese und klicken Sie auf „Kein Junk“. Durch dieses Training wird Thunderbirds Spam-Filter mit der Zeit immer besser.

Tipp 5: Schutz durch Zusatzfilter

Ihr E-Mail-Programm bietet keinen Spam-Filter oder die integrierte Funktion reicht Ihnen nicht aus? Einige Virenscanner stehen Ihnen im Kampf gegen Spam bei.

Kaspersky Internet Security zum Beispiel ist ein Antivirenprogramm, das mit jedem E-Mail-Programm zusammenarbeitet, das POP3 oder IMAP4 unterstützt. Dazu ruft das Programm neue Nachrichten bei Ihrem E-Mail-Provider ab, filtert sie und leitet sie erst dann an Ihr E-Mail-Programm weiter.

Ein netter Sicherheits-Bonus: Viele Virenscanner schützen zuverlässig vor Phishing-Mails.

Tipp 6: Überlebenden Spam ignorieren

Nichts ist für einen Spammer wertvoller als eine aktiv genutzte E-Mail-Adresse. Damit lässt sich noch mehr Werbung machen. Wenn Spam in Ihrem Posteingang landet, ist es sehr wichtig, dass der Absender nichts davon erfährt.

Die wichtigste Grundregel lautet: Antworten Sie niemals auf Spam-Mails und klicken Sie auf keinen Fall auf einen darin enthaltenen Weblink. Machen Sie auch keinen Gebrauch von einer eventuell angebotenen Abmeldefunktion – diese dient fast immer nur dazu, zu überprüfen, ob Ihre E-Mail-Adresse verwendet wird.

Achten Sie darauf, dass Ihr E-Mail-Programm keine in HTML-E-Mails eingebetteten Grafiken nachlädt, denn auch das hinterlässt Spuren. In Windows Mail und Outlook Express (ab Windows XP SP2) finden Sie unter Extras/Optionen/Sicherheit die Option „Bilder und andere externe Inhalte in HTML-E-Mails blockieren“.

Ist das Nachladen von Bildern deaktiviert, zeigen Outlook Express und Windows Mail Mails mit Bildern nur noch verstümmelt an – auch wenn es sich um erwünschte Mails handelt. Für eine korrekte Darstellung klicken Sie auf den gelben Balken am oberen Rand des E-Mail-Fensters.

Felix Bauer
Felix Bauer
Felix Bauer ist IT-Security Consultant (IT-Sicherheitsberater) mit 20 Jahren Erfahrung in der IT-Sicherheitsbranche. Felix Bauer begann im Alter von 14 Jahren mit der Analyse von Malwaresamples.

Zusätzlich zur Tätigkeit als Sicherheitsberater schreibt Felix Bauer häufig Fachbeiträge zu den Themen IT-Sicherheit und Internet-Technik. Seine Themenschwerpunkte: Antivirus, Sicherheitslücken und Malware. Unter anderem schrieb Felix Bauer bereits Fachbeiträge für die IT-Fachzeitschriften Computerwelt, Heise und IT-Administrator. Felix Bauer wurde in zahlreichen Fach- und News-Beiträgen erwähnt (u. a. in der Wiener Zeitung und in der Computerworld). Einige Referenzen finden Sie auf Felix Bauers Internetseite.

Felix Bauer besitzt den Abschluss Master of Science in Security and Forensic Computing.

Felix Bauer ist Mitbegründer der Initiative bleib-Virenfrei.