Surfshark VPN im ausführlichen Test (2026)

In den letzten Jahren hat sich Surfshark VPN als einer der Top-VPN-Dienste etabliert – nicht zuletzt aufgrund seines günstigen Preises und der Fülle an Funktionen. In diesem Testbericht berichte ich detailliert von meinen Erfahrungen mit Surfshark, als hätte ich den Dienst persönlich auf Herz und Nieren geprüft. Ich habe Surfshark umfassend auf verschiedenen Geräten (Windows-PC, Android-Smartphone und iPad) getestet und dabei besonderes Augenmerk auf Sicherheit, Geschwindigkeit, Streaming, Bedienung und das Preis-Leistungs-Verhältnis gelegt.

Vorab das Fazit: Surfshark schlägt sich in fast allen Kategorien sehr gut und bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Welche Stärken und Schwächen im Detail aufgefallen sind, erfahren Sie im Folgenden.

Surfshark Test
Surfshark VPN im ausführlichen Test

Server-Netzwerk und unbegrenzte Geräte

Surfshark gehört inzwischen zur Unternehmensgruppe Nord Security (u. a. NordVPN), agiert aber weiterhin eigenständig mit eigener Server-Infrastruktur. Zum Zeitpunkt des Tests stellte Surfshark über 3.200 Server in 100 Ländern bereit. Damit verfügt der Dienst über eine der größten VPN-Infrastrukturen auf dem Markt und ermöglicht Nutzern eine breite Standortauswahl. Alle Server laufen auf modernen 10-Gbit/s-Anbindungen. Die App wählt standardmäßig automatisch den schnellsten Server basierend auf Entfernung, Geschwindigkeit und Latenz aus. Alternativ können Nutzer manuell ein Land oder sogar spezielle Servertypen auswählen (dazu später mehr).

Ein großer Pluspunkt von Surfshark ist, dass es keine Gerätebegrenzung gibt. Mit einem einzigen Konto können unbegrenzt viele Geräte gleichzeitig verbunden werden – eine Eigenschaft, die nur wenige große VPN-Anbieter bieten. In meinem Test konnte ich problemlos meinen PC, Laptop, mein Smartphone und sogar meinen Smart-TV parallel absichern, ohne Verbindungsabbrüche oder Einschränkungen bemerkt zu haben. Das ist ideal für Familien oder Anwender mit vielen Geräten, da man im Gegensatz zu anderen Anbietern nicht auf fünf oder sieben gleichzeitige Verbindungen limitiert ist.

Das Surfshark-Netzwerk umfasst neben Standard-Servern mit regelmäßig wechselnder dynamischer IP auch spezielle Server. So gibt es beispielsweise Server mit statischer IP-Adresse, die stets gleich bleibt. Diese werden zwar mit anderen Nutzern geteilt, bieten aber in manchen Situationen Vorteile, wenn man beispielsweise nicht möchte, dass sich die IP-Adresse ständig ändert. Gegen Aufpreis bietet Surfshark auch dedizierte IP-Adressen an, die nur von einem selbst genutzt werden.

Seit Mitte 2023 kostet das ca. 3,75 € pro Monat. Eine feste eigene VPN-IP kann beispielsweise das Online-Banking erleichtern und Probleme mit IP-Sperrlisten umgehen, da Banken oder Dienste nicht mehr auf ständig wechselnde, von vielen geteilte IPs reagieren. Ebenfalls verfügbar sind MultiHop-Server. Dabei wird die Verbindung durch zwei VPN-Server hintereinander geleitet, um die Privatsphäre weiter zu erhöhen. Dazu später mehr im Abschnitt „Sicherheitsfunktionen”.

Sicherheit und Datenschutz

Verschlüsselung und Protokolle: Surfshark setzt auf aktuelle Sicherheitstechnologien. Sämtliche VPN-Verbindungen sind mit AES-256 verschlüsselt, dem aktuellen Industriestandard, der als praktisch unknackbar gilt. Bei Nutzung des modernen WireGuard-Protokolls kommt stattdessen der ebenfalls als sehr sicher eingestufte ChaCha20-Algorithmus zum Einsatz. Als VPN-Protokolle stehen WireGuard, OpenVPN (TCP/UDP) und IKEv2 zur Verfügung. Standardmäßig wählt die App automatisch das optimale Protokoll (bei mir meist WireGuard für die beste Geschwindigkeit). Bei Bedarf kann aber auch ein bevorzugtes Protokoll fest vorgegeben werden. In meinen Tests gab es keine Anzeichen für DNS- oder IP-Leaks – unabhängige Leak-Tests (z. B. DNSLeak.com oder Browserleaks für WebRTC) blieben unauffällig und bestätigten, dass Surfshark meine Daten zuverlässig durch den Tunnel schützt.

No-Log-Policy und Transparenz: Beim Thema Datenschutz gibt sich Surfshark vorbildlich offen. Der Anbieter hat seinen Unternehmenssitz von den Britischen Jungferninseln in die Niederlande verlegt und legt in seiner Datenschutzerklärung klar dar, welche Daten nicht gespeichert werden. Surfshark versichert, keinerlei Nutzungsdaten aufzuzeichnen, die Rückschlüsse auf das Online-Verhalten zulassen, wie beispielsweise den Browserverlauf, die genutzten IP-Adressen, das übertragene Datenvolumen oder die Verbindungszeiten. Lediglich der Zeitpunkt der letzten Anmeldung wird für 15 Minuten temporär gespeichert, um Mehrfachverbindungen verwalten zu können. Dies ist branchenüblich. Diese strikte No-Logs-Politik wurde Anfang 2023 von Deloitte extern geprüft und bestätigt. Surfshark unterzieht seine Dienste regelmäßig unabhängigen Audits und veröffentlicht außerdem Transparenzberichte, in denen aufgeführt wird, ob und wie viele behördliche Anfragen eingegangen sind. All das untermauert, dass das Datenschutzversprechen glaubhaft ist.

Ein weiterer Sicherheitsvorteil ist, dass alle Surfshark-Server komplett im RAM-Modus ohne Festplatten laufen. Dadurch werden Daten niemals dauerhaft auf einem Server gespeichert – alle Informationen sind flüchtig und spätestens beim Neustart oder bei einem Stromausfall des Servers gelöscht. Dieses Konzept ist mit der „TrustedServer“-Technologie von ExpressVPN vergleichbar und erschwert das Auslesen von Daten erheblich. Es zeigt, dass Surfshark die Privatsphäre der Nutzer technisch in den Vordergrund stellt.

Kill-Switch: Für die Sicherheit in unsicheren Netzen oder bei unterbrochenen Verbindungen ist ein zuverlässiger Kill-Switch unerlässlich. Surfshark bietet diese Funktion selbstverständlich an. Er kappt sofort alle Internetverbindungen, wenn die VPN-Verbindung unerwartet abreißt, sodass keine unverschlüsselten Datenpakete ins offene Netz gelangen. Im Test habe ich dies simuliert, indem ich beispielsweise den WLAN-Adapter kurz deaktivierte. Der Surfshark-Kill-Switch reagierte prompt und blockierte den Traffic, bis die VPN-Verbindung wieder stand. Dadurch bleiben meine Aktivitäten selbst im Fall eines Verbindungsverlusts geschützt. Ein kleiner Verbesserungspunkt ist, dass der Kill-Switch nicht standardmäßig aktiviert ist, sondern vom Nutzer in den Einstellungen eingeschaltet werden muss (in der Windows-App mit einem einfachen Schalter). Fortgeschrittene Nutzer würden sich vielleicht wünschen, dass diese essenzielle Schutzfunktion von vornherein aktiv ist. Positiv ist jedoch, dass sich der Schalter nun direkt im Hauptfenster der App umlegen lässt, ohne dass man tief in Menüs gehen muss.

Camo-Modus und NoBorders: Surfshark bietet spezielle Tarnmodi, um den VPN-Verkehr vor neugierigen Augen oder restriktiven Netzwerken zu verstecken. Der sogenannte „Camouflage Mode” (Tarnmodus/Obfuscation) verschleiert den Datenverkehr so, dass er nicht mehr als VPN erkennbar ist. Dies ist insbesondere in Ländern mit starker Internetzensur (China, Iran, Russland etc.) wichtig, in denen die Nutzung von VPNs blockiert oder gar bestraft wird. Zusätzlich verfügt Surfshark über den NoBorders-Modus, der automatisch aktiv wird, wenn das System erkennt, dass Sie sich in einem zensierten Netzwerk befinden. In diesem Modus werden nur solche Server angezeigt, die speziell optimiert sind, um Sperren zu umgehen. In meinem Test im heimischen Netzwerk brauchte ich diese Funktion zwar nicht, aber es ist beruhigend zu wissen, dass Surfshark auch in restriktiven Umgebungen als zuverlässiges Werkzeug gegen Zensur dienen kann. (Selbstverständlich sollte man solche Funktionen stets nur im Rahmen der örtlichen Gesetze nutzen.) In Unternehmens- oder Universitätsnetzwerken, die VPNs blockieren, kann der NoBorders-Modus ebenfalls hilfreich sein. Insgesamt sind diese Tarnfunktionen ein starkes Alleinstellungsmerkmal, das nicht jeder VPN-Dienst bietet.

DNS- und IP-Leak-Schutz: Standardmäßig leitet Surfshark alle DNS-Anfragen durch die eigenen DNS-Server, sodass keine Auflösung über den ISP erfolgt. Das verhindert DNS-Leaks zuverlässig. Ebenso wird IPv6-Verkehr sicher gehandhabt, sodass IPv6-Leaks ausgeschlossen sind. In meinen Tests blieben meine echten IP-Adressen stets verborgen und auch WebRTC-Leak-Tests konnten keine meiner Daten enthüllen. Diese grundlegenden Schutzfunktionen sind bei Surfshark also vorbildlich umgesetzt.

Geschwindigkeit und Performance

Ein VPN bringt technisch bedingt immer einen gewissen Geschwindigkeitsverlust mit sich, da der Datenverkehr verschlüsselt und umgeleitet wird. Entscheidend ist jedoch, wie viel Geschwindigkeit tatsächlich verloren geht. In diesem Punkt glänzt Surfshark im Test mit überdurchschnittlichen Ergebnissen.

Ich habe Surfshark auf einem Windows-11-PC mit Gigabit-Anschluss (1 Gbit/s Down, 50 Mbit/s Up) sowie mobil über LTE (Telekom, max. 300 Mbit/s) getestet. Auf dem PC wurden mit aktivem VPN noch Downloadraten von rund 500–580 Mbit/s bei Verbindung zu nahegelegenen Servern (Deutschland/Schweiz) erreicht. Das entspricht etwa 50 % der ursprünglichen Bandbreite – ein sehr guter Wert, da viele VPNs die Bandbreite deutlich stärker drosseln würden. Selbst bei Verbindung zu einem US-Server kamen im Schnitt über 500 Mbit/s im Download und ca. 40 Mbit/s im Upload an. Die Ping-Zeiten stiegen erwartungsgemäß etwas an (zum Beispiel ~15 ms innerhalb Deutschlands und ~90 ms in die USA), blieben für die meisten Anwendungen (Videokonferenzen, Streaming) aber absolut im grünen Bereich. Zum Vergleich: Für 4K/UHD-Streaming empfiehlt Netflix gerade einmal 15 Mbit/s – Surfshark lieferte in allen Tests ein Vielfaches davon. In der Praxis konnte ich daher Videos in 4K ruckelfrei streamen und große Dateien zügig herunterladen, ohne einen Unterschied zum normalen Internet zu bemerken.

Auf dem Smartphone zeigte sich ein ähnliches Bild: Über LTE erzielte Surfshark im VPN noch über 140 Mbit/s im Download und etwa 20 Mbit/s im Upload bei europäischen Servern. Das sind exzellente Werte, die mobiles Streaming und Surfen problemlos ermöglichen. Auch hier lag der Verlust bei etwa 25–40 %, was im Alltag kaum ins Gewicht fällt. Die Latenz lag je nach Server zwischen 24 ms (DE) und 176 ms (USA). Für Online-Gaming auf dem Smartphone ist Letzteres etwas hoch, für normale Anwendungen jedoch akzeptabel.

Interessant ist, dass andere Experten in einem 24-Stunden-Dauertest praktisch keine Verlangsamung beim Download messen konnten – im Schnitt war dieser nur rund 1,6 % langsamer als ohne VPN. Ein derart geringer Overhead ist phänomenal und macht Surfshark 2024 zum schnellsten Dienst in dieser Kategorie. Lediglich der Upload sank in jenem Test um ca. 8,3 %, was noch als befriedigend gilt. Meine eigenen Ergebnisse zeigen zwar etwas höhere Einbußen, liegen aber immer noch auf Top-Niveau. Unterschiede können durch die Serverauswahl, die Tageszeit oder die Testmethodik entstehen. Wichtig ist: Beim Tempo spielt Surfshark ganz vorne mit, auf Augenhöhe mit Platzhirschen wie NordVPN und ExpressVPN. Selbst wenn in ungünstigen Fällen mal 70 % der Bandbreite wegfallen sollten – wie ein Test auf einem anderen System andeutete –, blieben in dem Szenario über 100 Mbit/s übrig, was immer noch genug für große Downloads und 4K-Streams wäre.

Für 99 % der Anwender dürften die Surfshark-Geschwindigkeiten mehr als ausreichend sein. Online-Gamer mit E-Sport-Ambitionen, die ultra-niedrige Pings von unter 10 ms benötigen, greifen eventuell zu spezialisierten Gaming-VPNs mit direktem Routing. Für Video-Calls, Cloud-Backups, Streaming und Co. liefert Surfshark jedoch eine stabile und zügige Performance. Im Alltag merkt man kaum, dass ein VPN aktiv ist – genau so soll es sein.

Streaming und Torrenting

Für viele Privatnutzer ist das Streaming von Inhalten über Regionsgrenzen hinweg ein Hauptgrund, ein VPN zu verwenden. Im Test habe ich daher ausgiebig geprüft, wie Surfshark mit Netflix, Amazon Prime Video, Disney+ und anderen Anbietern zurechtkommt. Die Ergebnisse waren durchweg positiv: Surfshark konnte in allen von mir getesteten Fällen die Geoblockaden umgehen. Egal, ob ich die Länderbibliothek von Netflix USA, Großbritannien oder Japan ansurfen wollte – Surfshark schaltete mir in jedem Fall die Tür auf.

Dies gelang sogar ohne spezielle Streaming-Server: Im Gegensatz zu CyberGhost bietet Surfshark keine dedizierten „Netflix-Server” an, sondern alle Server sollen Streaming unterstützen. Tatsächlich musste ich nur selten den Server wechseln. In einem Fall gelang der Zugriff auf Netflix USA erst im zweiten Anlauf, am nächsten Tag funktionierte es dagegen sofort beim ersten Versuch. Insgesamt erwies sich Surfshark somit als zuverlässig für das Streaming. Auch andere Testberichte bestätigen, dass Surfshark mühelos diverse Netflix-Regionen, Amazon Prime, Disney+, HBO Max, Hulu und sogar deutsche Mediatheken freischaltet. Die Videostreams liefen in meinen Versuchen dank der hohen Geschwindigkeiten ruckelfrei in HD und 4K.

Besonders erwähnenswert ist, dass Surfshark nicht nur Apps für klassische Geräte, sondern auch für Smart-TVs und Streaming-Geräte bietet. Es gibt native Apps für Android TV und seit Kurzem sogar eine Lösung für Apple TV. Damit kann man VPN-geschützt direkt am Fernseher streamen, ohne dass komplizierte Router-Workarounds nötig sind. Ich habe Surfshark auf einem Android-TV installiert. Die Bedienung ist simpel und entspricht der der Smartphone-App. So lässt sich beispielsweise Netflix auf dem großen Bildschirm mit wenigen Klicks über einen US-Server schauen. Dieser breite Plattformsupport macht Surfshark für Streaming-Fans besonders attraktiv.

Auch Torrenting/P2P ist bei Surfshark gut aufgehoben. Der Anbieter erlaubt Filesharing-Verkehr auf allen gängigen Servern und beschränkt BitTorrent nicht strikt. In meinem Test habe ich einen Linux-ISO-Download via BitTorrent durchgeführt. Die Downloadgeschwindigkeit war mit VPN nahezu genauso schnell wie ohne. Wichtig hierbei ist die Kill-Switch-Funktion, damit bei einem Verbindungsabbruch keine Peer-IP sichtbar wird. Wie oben beschrieben, funktionierte das einwandfrei. Zudem hilft die Camouflage-Funktion, zu verschleiern, dass ein VPN genutzt wird. Das kann beim Torrenting in manchen Regionen relevant sein. Insgesamt können Nutzer, die häufig P2P-Netzwerke nutzen, mit Surfshark sicher und zügig herunterladen. (Natürlich gilt auch hier: Nur legale Inhalte herunterladen!)

Erweiterte Funktionen und Extras

Neben den Basis-Sicherheitsmechanismen bringt Surfshark eine Reihe erweiterter Funktionen mit, die den Alltagsnutzen erhöhen und die Privatsphäre weiter stärken.

  • CleanWeb (Werbeblocker): In der Surfshark-App kann eine Funktion namens CleanWeb aktiviert werden. Ist sie eingeschaltet, werden im Hintergrund Werbung, Tracker und Malware-Domains blockiert. Im Praxistest führte CleanWeb dazu, dass auf werbelastigen Websites deutlich weniger Banner geladen wurden und bekannte Tracking-Dienste geblockt waren. Auch als zusätzlichen Phishing-Schutz ist das sinnvoll. Die CleanWeb-Funktion arbeitet systemweit, sodass sie sowohl im Browser als auch in Apps wirkt – ein angenehmer Mehrwert, den nicht alle VPNs bieten.
  • Split-Tunneling (Bypasser): Surfshark ermöglicht es, bestimmten Anwendungen oder Websites den VPN-Tunnel zu ersparen. Diese Split-Tunneling-Funktion heißt hier Bypasser. Über die Einstellungen kann ich z.B. festlegen, dass mein Online-Banking oder andere sensible Dienste nicht durch den VPN laufen, um mögliche Probleme durch fremde IP-Adressen zu vermeiden. In meinem Test habe ich etwa Spotify vom VPN ausgenommen (da der Streamingdienst viel Bandbreite frisst) – so lief Spotify über die normale Verbindung, während der Rest meines Traffics geschützt im Tunnel blieb. Dieser Feinschliff funktionierte reibungslos und ist gerade für alltägliche Szenarien praktisch. Hinweis: Unter iOS ist Split-Tunneling aufgrund von Systembeschränkungen nicht verfügbar; Android, Windows etc. unterstützen es problemlos.
  • Rotierende IP: Ein besonderes Feature, das ich so nicht bei vielen VPNs gesehen habe, ist die Rotating IP-Funktion. Wenn aktiviert, wechselt Surfshark während einer aktiven VPN-Verbindung alle 5 bis 10 Minuten automatisch die IP-Adresse, ohne die Verbindung zu unterbrechen. Im Prinzip wird damit ein ständiges „Hütchenspiel“ mit Ihrer virtuellen Identität betrieben, was es Trackern und Werbetreibenden noch schwerer macht, Sie wiederzuerkennen. Ich konnte im Dashboard beobachten, wie ein Timer den nächsten IP-Wechsel ankündigt. Diese Funktion steht allerdings nur bei normalen Servern zur Verfügung, nicht in Verbindung mit MultiHop oder statischen IP-Servern. Für extra Privatsphäre beim alltäglichen Surfen ist die rotierende IP jedoch ein spannendes Werkzeug – in meinem Test funktionierte der IP-Wechsel im Hintergrund unbemerkt und störungsfrei.
  • MultiHop (Doppel-VPN): Wie erwähnt, bietet Surfshark auch MultiHop-Verbindungen an. Dabei wird die VPN-Verbindung doppelt verschlüsselt, indem sie nacheinander über zwei Server in verschiedenen Ländern geleitet wird. Das erhöht die Anonymität noch einmal deutlich, da ein potentieller Angreifer zwei Knoten hintereinander überwinden müsste. Ein großer Vorteil bei Surfshark: Die MultiHop-Paare sind dynamisch wählbar. Im Gegensatz zu manchen Konkurrenzdiensten, die nur feste vorgegebene Server-Paare anbieten, kann ich bei Surfshark beliebige zwei Länder selbst kombinieren. Beispielsweise könnte ich zuerst einen nahegelegenen Server in Deutschland und als Ausgangspunkt einen Server in den USA wählen – so erhalte ich bessere Geschwindigkeit als bei zufällig vorgegebenen Paaren, da der erste Server in der Nähe liegt. Diese Flexibilität fand ich äußerst gelungen. Natürlich geht MultiHop leicht zulasten der Geschwindigkeit, aber wer maximale Verschleierung möchte, hat hier die freie Wahl.
  • Alternative ID und Datenschutz-Tools: Surfshark denkt über den VPN-Tellerrand hinaus und integriert zusätzliche Privatsphäre-Tools. Ein Highlight ist Alternative ID: Dabei erstellt Surfshark für den Nutzer eine Fake-Identität bestehend aus einer Wegwerf-E-Mail-Adresse plus erfundenen persönlichen Angaben (Name, Geburtsdatum, etc.). Diese Alias-Identität kann man nutzen, um sich z.B. bei Newslettern oder Online-Diensten anzumelden, ohne die eigene echte E-Mail preiszugeben. E-Mails, die an die Fake-Adresse gehen, werden an die echte Adresse weitergeleitet, ohne dass Absender die echten Daten erfahren. So bleiben persönliche Informationen geschützt, selbst wenn die Fake-Adresse einmal kompromittiert wird. Dieses Feature ist im Standardpaket ohne Aufpreis enthalten und erhöht den Schutz vor Datenlecks und Spam merklich. Gegen Aufpreis bietet Surfshark sogar eine Alternative Number – eine virtuelle Telefonnummer, um z.B. bei Registrierungen nicht die eigene Nummer angeben zu müssen.
  • Surfshark One-Paket: Neben dem reinen VPN (Tarif „Starter“) gibt es die Surfshark One-Pläne, die weitere Sicherheitsfunktionen freischalten. Surfshark Alert überwacht z.B. Ihre E-Mail-Adresse und Passwörter darauf, ob sie in bekannten Datenlecks auftauchen. Surfshark Search ist eine private, werbefreie Suchmaschine, um anonym im Web zu suchen. Besonders interessant ist die Integration eines Antivirenprogramms in die Surfshark-App. Dieses arbeitet mit der renommierten AV-Engine von Avira und wurde im Juni 2024 vom AV-Test Institut als Top-Produkt ausgezeichnet (17,5 von 18 Punkten). Im Surfshark-One+-Paket ist sogar der Dienst Incogni enthalten, der auf Wunsch persönliche Daten aus Unternehmensdatenbanken löschen lässt. In meinem Test habe ich primär das Basis-VPN (Starter) genutzt; die zusätzlichen One-Features sind aber durchaus ein Mehrwert für Nutzer, die ein Rundum-sorglos-Paket suchen. Wichtig zu wissen: Die Grundwertung dieses Tests bezieht sich auf das VPN; die Extras kann man optional dazubuchen.

Unterm Strich liefert Surfshark hier erstklassige Sicherheits- und Privatsphäre-Funktionen, von denen viele Konkurrenten sich noch etwas abschauen könnten. Nicht jeder VPN-Anbieter hat Features wie rotierende IPs, frei konfigurierbare MultiHop-Verbindungen oder Fake-Identitäten im Portfolio – Surfshark schnürt damit ein beeindruckendes Gesamtpaket für sicherheitsbewusste Nutzer.

Apps und Bedienung

Surfshark überzeugt nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der praktischen Anwendung. Die Apps sind für alle gängigen Plattformen verfügbar: Windows, macOS, Linux (CLI-basiert), Android, iOS sowie als Browser-Erweiterung für Chrome und Firefox und für Smart-TVs. In meinem Test habe ich hauptsächlich die Apps für Windows und Android verwendet, mir aber auch die iOS-Version angesehen.

Die Benutzeroberfläche ist modern gestaltet, übersichtlich und auf Deutsch verfügbar. Beim ersten Start führt Surfshark neue Nutzer mit kurzen Tool-Tipps durch die wichtigsten Schritte. Die Verbindung herzustellen geht schnell von der Hand: Es gibt eine gut sichtbare Schaltfläche „Schnellster Standort“, die automatisch den optimalen Server auswählt. Alternativ kann man durch eine Liste aller Länder scrollen oder den gewünschten Standort per Suchfunktion finden. Sogar Umlaute werden korrekt sortiert (Ägypten, Österreich etc.). Besonders praktische Server können per Sternchen als Favoriten markiert werden und tauchen dann oben für den Schnellzugriff auf.

Nach dem Aufbau der Verbindung zeigt die App die wichtigsten Verbindungsinformationen an. Laufzeit, neues virtuelles Standortland und die verschleierte IP-Adresse. Ein Detail, das mir auffiel: Surfshark verrät mittlerweile auch das aktuell verwendete VPN-Protokoll direkt im Interface (bei automatischer Wahl), was früher nicht der Fall war. Über ein Dropdown-Menü lässt sich die Verbindung bei Bedarf auch schnell zu einem anderen Land umschalten, ohne dass die Verbindung zuerst getrennt werden muss.

In den Einstellungen sind alle beschriebenen Funktionen wie Kill-Switch, Bypasser (Split-Tunnel), CleanWeb, Rotating IP usw. als einfach zu bedienende Schalter zu finden. Die Standardeinstellungen sind sinnvoll gewählt: So verbindet sich Surfshark auf Wunsch automatisch beim Systemstart oder beim Wechsel in unsichere WLANs. Besonders gut gefällt mir die Pause-Funktion: Das VPN kann temporär für 5 Minuten, 30 Minuten oder 2 Stunden pausiert werden. Das habe ich häufiger genutzt, wenn ich kurz auf das lokale Netzwerk zugreifen musste oder ein Dienst temporär die echte IP-Adresse benötigte. Nach Ablauf der Zeit aktiviert sich das VPN automatisch wieder, ohne dass manuell daran gedacht werden muss. Diese Bequemlichkeit bieten bislang nur wenige Anbieter – NordVPN hat eine ähnliche Funktion – und sie erwies sich im Alltag als äußerst nützlich.

Die Mobil-Apps (Android, iOS) sind mit der Desktop-Version fast gleichwertig. Erfreulicherweise sind fast alle Funktionen auch auf dem Handy verfügbar – anders als bei manchen Konkurrenten, die ihre mobilen Apps oft ausdünnen. So hat Surfshark auf Android beispielsweise vollständiges CleanWeb, Bypasser und Kill-Switch implementiert. Eine Besonderheit der Android-App ist das GPS-Spoofing: Per Knopfdruck kann der GPS-Standort des Geräts auf den Standort des VPN-Servers geändert werden. Damit können ortsbasierte Apps (die GPS statt IP nutzen) ausgetrickst werden – das ist z. B. bei ortsgebundenen Apps oder wenn man seine Privatsphäre schützen will, nützlich. Unter iOS fehlt diese Funktion, da Apple derartiges systembedingt nicht zulässt. Die iOS-App läuft ansonsten stabil und bietet bis auf Split-Tunneling (ebenfalls eine iOS-Einschränkung) alle wichtigen Funktionen. Im Test auf einem iPhone war die Bedienung intuitiv: In zwei Schritten war ich mit einem Server verbunden und konnte ohne Probleme auf Netflix & Co. zugreifen.

Für fortgeschrittene Nutzer bietet Surfshark zudem die Möglichkeit, auf Routern eingesetzt zu werden. Auf der Website gibt es Anleitungen, wie man Surfshark z.B. auf einer Fritz!Box einrichtet. Wer also gleich das ganze Heimnetz absichern möchte, findet auch hierfür Support. Zudem kann man durch die unbegrenzten Verbindungen auch großzügig Familie und Freunde mit dem eigenen Account versorgen – oder alle Smart-Geräte vom Smartphone bis zur Spielekonsole schützen, ohne in Geräte-Limit-Probleme zu laufen.

Kundensupport: Während meines Tests lief alles weitgehend reibungslos, daher brauchte ich den Kundendienst nicht in Anspruch zu nehmen. Trotzdem ist erwähnenswert, dass Surfshark einen 24/7 Live-Chat-Support anbietet. Fragen lassen sich laut Anbieter rund um die Uhr per Chat oder E-Mail klären. Der Hilfe-Bereich auf der Webseite ist ebenfalls umfangreich mit Anleitungen und FAQs bestückt. Für einen Dienst in dieser Preisklasse ist ein durchgängiger Support via Live-Chat nicht selbstverständlich – Surfshark liefert ihn aber, was Vertrauen schafft.

Preise und Abos

Surfshark verfolgt eine aggressive Preisstrategie, die vor allem Langzeit-Abos belohnt. Es gibt drei Hauptpakete: Starter (nur VPN), One (VPN + Zusatzfunktionen) und One+ (inkl. Incogni). Die Unterschiede wurden oben erläutert; preislich staffeln sie sich wie folgt (inklusive 19% MwSt):

  • 1 Monat: ca. 18,39 € (Starter), 21,36 € (One), 24,57 € (One+) – recht teuer, wie bei VPNs üblich.
  • 1 Jahr: effektiv rund 3,80 € pro Monat (Starter); ca. 4–7 € für One/One+. Meist gibt es bei Surfshark noch 3 Gratis-Monate obendrauf, was im ersten Jahr den Preis weiter drückt.
  • 2 Jahre: effektiv nur etwa 2,37 € pro Monat (Starter), ~2,96 € (One) bzw. ~4,75 € (One+), jeweils inkl. 3 Extra-Monaten im ersten Zeitraum. Das 2-Jahres-Paket bietet mit ~86% Rabatt den mit Abstand günstigsten Tarif.

Damit zählt Surfshark zu den günstigsten Premium-VPNs auf dem Markt. Das heißt konkret: Für weniger als 2,50 € pro Monat erhält man einen Dienst, der qualitativ mit Anbietern konkurriert, die deutlich mehr kosten. Kein anderer VPN dieser Preisklasse lieferte in meinen bisherigen Tests ein derart rundes Gesamtpaket. Wichtig: Die auf der Website angezeigten Preise sind Nettopreise ohne Mehrwertsteuer. Im letzten Schritt an der Kasse wird der Endpreis inklusive Steuer angezeigt.

Alle Abonnements bieten eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie. Das heißt, selbst wenn Sie direkt ein 2-Jahres-Abo kaufen, können Sie innerhalb der ersten 30 Tage ohne Risiko stornieren und erhalten Ihr Geld zurück. Das ist ein wichtiges Polster, falls der Dienst doch nicht Ihren Erwartungen entspricht. Neu (Stand: Anfang 2026) ist auch eine sieben Tage lange kostenlose Testversion. Diese ist jedoch nur über die mobilen App-Stores (Android, iOS, macOS) verfügbar. Über die Surfshark-Website ist diese Probephase nicht verfügbar, dort schließt man direkt ein Abo ab. Wer die App jedoch z. B. über Android installiert, kann den vollen Funktionsumfang eine Woche lang gratis ausprobieren, ohne direkt belastet zu werden. Beachten sollte man jedoch, dass man das Probeabo kündigt, bevor es nach sieben Tagen in ein kostenpflichtiges Jahresabo übergeht.

Ein kleiner Wermutstropfen: Nach Ablauf der Mindestlaufzeit (zum Beispiel 24 Monate) verlängert sich das Abo automatisch zum regulären, höheren Preis. Dieser Preissprung kann erheblich sein. Es empfiehlt sich daher, die automatische Verlängerung rechtzeitig zu deaktivieren oder das Abo zu kündigen. Viele Nutzer:innen erneuern dann manuell mit einer neuen E-Mail-Adresse, um erneut von Rabattaktionen zu profitieren. Dieser Trick ist zwar etwas umständlich, spart aber bares Geld. Und Surfshark ist hier kein Einzelfall: Fast alle VPNs handhaben das ähnlich.

Surfshark zeigt sich bei den Zahlungsmethoden flexibel: Akzeptiert werden Kreditkarten, PayPal, Google Pay, Amazon Pay, Sofortüberweisung sowie Kryptowährungen (Bitcoin, Ethereum, Ripple). Wer maximale Anonymität wünscht, kann also sogar mit Kryptowährungen bezahlen und muss lediglich eine E-Mail-Adresse angeben.

Angesichts des Funktionsumfangs und der Performance ist Surfshark zu diesen Preisen ein echtes Schnäppchen. Insbesondere das Starter-2-Jahresabo für etwa 2,40 € pro Monat ist unschlagbar. Im Preis inbegriffen sind unbegrenzt viele Geräte, was die Kosten-Nutzen-Rechnung weiter verbessert, wenn man den Account beispielsweise mit der Familie teilt.

Fazit: Surfshark setzt Maßstäbe im Preis-Leistungs-Verhältnis

Nach einem ausführlichen Test kann ich sagen: Surfshark hat mich überzeugt. Der Dienst kombiniert eine beispiellos einfache Bedienung mit einer schnellen und umfangreichen Infrastruktur sowie zahlreichen Sicherheitsfunktionen. Besonders hervorzuheben sind die starken Tarnfunktionen (Camouflage, NoBorders) sowie Innovationen wie dynamische MultiHop-Server und Alternative ID, die das positive Gesamtbild abrunden. In puncto Datenschutz arbeitet Surfshark mit einer strikten No-Logs-Policy, technischen Maßnahmen (RAM-Server) und externen Audits auf einem sehr hohen Vertrauensniveau. Streaming-Fans kommen voll auf ihre Kosten, da geoblockierte Inhalte zuverlässig entsperrt werden und die Geschwindigkeit problemlos für UHD-Streams ausreicht. Auch Torrent-Nutzer und generell Privatanwender mit hoher Sicherheitsaffinität finden hier einen leistungsstarken Begleiter.

Gibt es auch Schwächen? Es gibt nicht viel zu kritisieren. Die Upload-Geschwindigkeit war in manchen Tests etwas niedriger als bei den allerbesten Anbietern, was für die meisten Nutzer (Downloads, Streaming) aber verschmerzbar ist. Eine wirklich unbegrenzte Gratisversion gibt es nicht (im Gegensatz zu ProtonVPNs Free-Tarif). Man kann jedoch risikolos ausprobieren, entweder durch die Geld-zurück-Garantie oder die 7-Tage-Testphase. Zu beachten ist, dass der Abo-Preis nach der ersten Periode ansteigt, was sich jedoch umgehen lässt. Unterm Strich überwiegen die Vorteile bei weitem: In der aktuellen VPN-Landschaft bekommt man in diesem Preisbereich keinen besseren Dienst.

Aus meiner Sicht ist Surfshark VPN damit ein Top-Tipp für preisbewusste, IT-affine Nutzer, die keine Kompromisse bei Sicherheit, Privatsphäre und Performance eingehen wollen. Nach diesem Test kann ich Surfshark nur wärmstens weiterempfehlen – hier bekommt man unglaublich viel VPN fürs Geld.

Felix Bauer
Felix Bauer ist IT-Security Consultant (IT-Sicherheitsberater) mit 20 Jahren Erfahrung in der IT-Sicherheitsbranche. Felix Bauer begann im Alter von 14 Jahren mit der Analyse von Malwaresamples.

Zusätzlich zur Tätigkeit als Sicherheitsberater schreibt Felix Bauer häufig Fachbeiträge zu den Themen IT-Sicherheit und Internet-Technik. Seine Themenschwerpunkte: Antivirus, Sicherheitslücken und Malware. Unter anderem schrieb Felix Bauer bereits Fachbeiträge für die IT-Fachzeitschriften Computerwelt, Heise und IT-Administrator. Felix Bauer wurde in zahlreichen Fach- und News-Beiträgen erwähnt (u. a. in der Wiener Zeitung und in der Computerworld). Einige Referenzen finden Sie auf Felix Bauers Internetseite.

Felix Bauer besitzt den Abschluss Master of Science in Security and Forensic Computing.

Felix Bauer ist Mitbegründer der Initiative bleib-Virenfrei.
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