Mozilla hat Firefox 159 für Windows, macOS, Linux und Android veröffentlicht. Das Update ist bemerkenswert, da es 167 Sicherheitslücken schließt, von denen 108 als schwerwiegend eingestuft werden. Interessant ist auch die Rolle der künstlichen Intelligenz bei der Entdeckung dieser Fehler.
Die Sicherheitsbilanz: Viele Lücken, aber keine Panik
Die nackten Zahlen klingen zunächst alarmierend: Es wurden 167 Schwachstellen behoben, davon 108 mit der Einstufung „high“ (hoch), 52 mit der Einstufung „moderate“ (mittel) und sieben mit der Einstufung „low“ (niedrig). Die höchste Warnstufe „kritisch” hat Mozilla in dieser Version jedoch nicht vergeben. Es gibt auch keine Hinweise auf laufende Angriffe, die diese Lücken aktiv ausnutzen.
Ein Großteil der schwerwiegenden Fehler sind sogenannte Use-after-free-Schwachstellen. Dabei greift ein Programm auf bereits freigegebene Speicherbereiche zu. In der falschen Hand können solche Fehler im schlimmsten Fall dazu genutzt werden, Schadcode einzuschleusen. Die einzige als „Sandbox-Escape” eingestufte Lücke, also ein Ausbruch aus der Sicherheitsisolierung des Browsers, wurde von Mozilla selbst entdeckt.
Warum die Zahl der Lücken so hoch ist
Die Rekordzahl von 167 Lücken relativiert sich durch eine Änderung in der internen Berichterstattung. Mozilla fasst intern gefundene Speicherfehler nicht mehr unter einer Sammel-CVE zusammen, sondern vergibt für jeden einzelnen Fehler einen eigenen Eintrag.
Ein direkter Vergleich mit älteren Firefox-Versionen ist daher nur eingeschränkt aussagekräftig. Ähnlich hohe Zahlen gab es zuletzt auch bei anderen großen Software-Updates, etwa bei Apples iOS.
KI als Fehlersucher: OpenAI Codex findet 41 Lücken
Fast ein Viertel der gemeldeten Schwachstellen – genau 41 – geht auf das Konto von OpenAI. Der Sicherheitsagent „OpenAI Codex Security“ hat 34 Einträge beigesteuert, sieben weitere stammen von einer OpenAI-Mitarbeiterin.
Das ist kein Einzelfall: Bereits im Februar hatte Anthropic sein KI-Modell Claude Opus 4.6 rund 6.000 C++-Dateien des Browsers durchsuchen lassen. Dabei wurden 22 CVEs entdeckt. Damit etabliert sich künstliche Intelligenz zunehmend als Werkzeug in der Fehlersuche – auch wenn sie nicht unfehlbar ist. So wurde im Juli eine Root-Lücke bekannt, die von Anthropics KI übersehen worden war.
Neue Funktionen in Firefox 159
Neben den Sicherheitsfixes bringt Firefox 159 auch einige sichtbare Neuerungen:
- Passwörter in der Seitenleiste: Gespeicherte Zugangsdaten erscheinen nun standardmäßig in der Seitenleiste, ohne dass das Passwort-Tool manuell hinzugefügt werden muss.
- Verbessertes Teilen unter macOS: Firefox nutzt jetzt die native macOS-Freigabeauswahl, die eine Vorschau der Seite und zuletzt verwendete Kontakte anzeigt. Auch das gleichzeitige Teilen mehrerer Tabs ist möglich.
- Smarte Überwachung: Mithilfe der KI-Funktion „Smart Window“ können Seiten nun auf Änderungen wie Preissenkungen oder die Wiederauffüllung von Lagerbeständen überwacht werden. Durch Eingabe von /watch im Chat lässt sich eine solche Beobachtung einrichten, die bei Übereinstimmung eine Desktop-Benachrichtigung auslöst.
- Schnellere Tab-Suche: Offene Tabs lassen sich jetzt per Tastaturkürzel durchsuchen: unter Windows und Linux mit
Strg + Umschalt + A, unter macOS mitCmd + Umschalt + A. - KI-Zusammenfassungen: Die Funktion zur Zusammenfassung von Seiten durch KI-Chatbots sendet nun die Adresse der Seite an den Anbieter, anstatt den Seitentext. Dadurch werden auch lange Seiten nicht mehr abgeschnitten.
Update dringend empfohlen
Angesichts der Vielzahl behobener, teils schwerwiegender Sicherheitslücken wird allen Nutzern dringend empfohlen, das Update zeitnah zu installieren. Firefox aktualisiert sich in der Regel automatisch. Der aktuelle Versionsstand lässt sich über das Menü „Hilfe“ > „Über Firefox“ prüfen. Ein ausstehendes Update wird dort auch manuell heruntergeladen und nach einem Neustart aktiviert.
Nutzer, die noch Windows 8.1 oder macOS 10.14 bzw. eine ältere Version verwenden, erhalten Firefox 159 nicht mehr. Mozilla empfiehlt diesen Nutzern den Wechsel zur Langzeitversion Firefox ESR.




